Rahmen und Marken in Acrobat

Unter den PDF-Programmen ist meiner Kenntnis nach Acrobat Pro die einzige Standard-Software, mit der sich in einer vorhandenen PDF-Datei nachträglich die für den professionellen Druck benötigten Rahmen und Marken einstellen lassen (mit Spezial-Software wie PitStop ist das selbstverständlich auch möglich).

Welche Rahmen und Marken eingestellt werden können, zeigt die nachfolgende Grafik.

Bild 1: Rahmen und Marken in Acrobat

Wichtige Rahmen sind:

  • Mediabox (Papiergröße)
  • Anschnittbox (Bleed/Anschnittrahmen)
  • Trimbox (Endformat-Rahmen)

Wichtige Marken sind:

  • Beschnittzugabemarken
  • Beschnittmarken (Zuschneidemarken)

Papiergröße/Seitengröße

Die Papiergröße wird mit der Funktion „Seitengröße ändern“ festgelegt. Nur in Acrobat Pro ist es möglich, im Nachhinein Seitenbreite und -höhe zu vergrößern. Alle anderen Programme bieten lediglich die Möglichkeit, Seiten zu beschneiden, also zu verkleinern. Will man aber nachträglich Marken hinzufügen, muss die Seitengröße erhöht werden, weil sonst kein Platz für die Marken vorhanden wäre.

Eingestellt werden Seitengröße und Rahmen im Fenster „Seitenrahmen festlegen“:

Bild 2: Seitenrahmen festlegen

Die Felder für die Einstellung der Seitengröße befinden sich im unteren Bereich des Fensters.

Achtung
Wenn das Dokument einige gedrehte Seiten enthält (die ursprünglich im Querformat erzeugt wurden), weigert sich Acrobat, benutzerdefinierte Seitengrößen umzusetzen. Lösung: gedrehte Seiten dem Dokument entnehmen (und gleichzeitig löschen), dann beide Teile des Dokuments getrennt bearbeiten. Das heißt, die Größe der Hochformatseiten auf den gewünschten Wert einstellen und die gedrehten Querformatseiten wieder zurückdrehen und dann in dieser Anordnung ebenfalls die gewünschte Seitengröße einstellen. Danach können die Querformatseiten erneut gedreht und mit den Hochformatseiten wiedervereinigt werden.

Rahmen

Nach der Festlegung der Seitengröße werden die Rahmen eingestellt. Die entsprechenden Felder sind im oberen Bereich des Fensters (vgl. Bild 2) zu finden.

Die Rahmen können einzeln über das Pull-Down-Menü „Anwenden auf“ vorgewählt werden. In den Feldern Oben, Unten, Links und Rechts werden dann die zugehörigen Werte eingetragen. Im Vorschau-Fenster daneben ist der Effekt zu sehen.

Hinweis
Für den Ausdruck auf dem eigenen Drucker werden in der Regel keine Marken benötigt, und es müssen keine besonderen Rahmen eingestellt werden. Lediglich, wenn der Wunsch besteht, nur einen Ausschnitt einer Seite drucken zu wollen – etwa die linke Hälfte einer DIN-A3-Seite – muss ein Rahmen festgelegt werden, und zwar der sog. Beschnittrahmen. Diese Funktion wird auch von anderen PDF-Programmen wie Foxit Phantom PDF, PDF-Xchange oder Nuance PowerPDF angeboten.

Wer halbprofessionelle Druck-Ergebnisse für Seiten erzielen möchte, die bis zum Rand gehende Bilder enthalten, kann aber versuchen, mit Anschnittrahmen zu arbeiten. Die Bilder müssen dann allerdings zusätzlich mit der Funktion „PDF bearbeiten“ größer (nämlich bis in den Anschnittbereich hinein) gezogen werden.

Der Objekt-Rahmen, der im oben genannten Pulldown-Menü ebenfalls gezeigt wird, bezieht sich darauf, dass einzelne Objekte wie Textrahmen, Bilder, Symbole oder Tabellen mit einem Rahmen eingegrenzt werden können. Wählt man die Funktion „Weiße Ränder entfernen“, werden alle auf einer Seite vorhandenen Objekte mit einem gemeinsamen Objekt-Rahmen versehen, und die Seite wird auf die Größe dieses Rahmens beschnitten. Das könnte z. B. hilfreich sein, wenn man ein Bild der Seite erzeugen möchte.

Marken

Die Einstellungen von Beschnitt- und Anschnittrahmen geben vor, wo die Marken auf der Seite angeordnet werden sollen.

Marken werden im professionellen Druck benötigt, um die Bereiche zu kennzeichnen, die bedruckt oder beschnitten werden. Insbesondere, wenn Bilder bis zum Seitenrand gehen, kann mit der Einstellung eines Anschnittrahmens dafür gesorgt werden, dass beim Beschneiden des Papiers auf die Endgröße keine weißen Ränder entstehen, was ansonsten durch Ungenauigkeiten beim Drucken passieren könnte.

Die Marken werden mit dem Werkzeug „Druckproduktion“ und hier mit der Funktion „Druckermarken hinzufügen“ eingestellt:

Bild 3: Druckermarken hinzufügen

Die für die meisten Zwecke benötigten Marken sind (wie bereits oben erwähnt) die

  • Zuschneidemarken und die
  • Beschnittzugabemarken.

Was damit gemeint ist, können Sie Bild 1 entnehmen.

Für ein konkretes Buch können die Marken wie folgt aussehen:

Bild 4: Konkrete Druckermarken

Zusammenfassung zum Einbringen von Druckermarken in eine PDF-Datei

Die Schritte sind wie folgt:

  1. Seitengröße festlegen. Die Einstellungen müssen mit OK abgeschlossen werden. Am besten auch die Datei speichern.
  2. Die gewünschten Rahmen einstellen, mit OK abschließen und Datei speichern.
  3. Werkzeug „Druckproduktion“ aufrufen und hier den Befehl „Druckermarken hinzufügen“ wählen. Im aufgehenden Fenster die gewünschten Marken wählen und den Vorgang mit OK abschließen.

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